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Richtig gehen: Vom Glück, Schritt für Schritt im Hier und Jetzt anzukommen
Self-Help

Richtig gehen: Vom Glück, Schritt für Schritt im Hier und Jetzt anzukommen

Thich Nhat Hanh

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In einer Welt, die von unaufhörlicher Geschwindigkeit und dem Drang nach ständiger Produktivität getrieben wird, bietet Thich Nhat Hanhs Werk „How to Walk“ (deutsch: „Gehen“) ein radikales Gegenmodell. Die zentrale These des Buches ist bestechend einfach und doch von tiefer spiritueller Komplexität: Das Gehen ist nicht bloß ein Mittel, um von Punkt A nach Punkt B zu gelangen, sondern eine heilige Handlung, die uns unmittelbar mit der Realität des gegenwärtigen Augenblicks und der regenerativen Kraft der Erde verbindet. Nhat Hanh argumentiert, dass wir den Großteil unseres Lebens in einem Zustand des „Rennens“ verbringen – selbst wenn wir physisch stillstehen. Unsere Gedanken jagen der Zukunft nach oder verweilen in der Vergangenheit, wodurch wir die einzige Zeit verlieren, in der wir wirklich am Leben sind: das Hier und Jetzt. Das Buch fungiert als Leitfaden, um durch die bewusste Koordination von Schritten und Atemzügen die Zerrissenheit des modernen Geistes zu heilen. Nhat Hanh lehrt, dass jeder Schritt ein Siegel des Friedens auf der Erde hinterlassen kann, wenn er mit Achtsamkeit ausgeführt wird. Es geht nicht darum, ein Ziel zu erreichen, sondern darum, mit jedem Schritt „anzukommen“. Diese Ankunft ist kein einmaliges Ereignis, sondern eine fortlaufende Praxis des Erwachens.

Der Kern von Nhat Hanhs Argumentation stützt sich auf die buddhistische Psychologie und die Praxis der Achtsamkeit (Mindfulness). Er legt dar, dass unser Leiden oft aus einer tiefen Entfremdung von unserem Körper und unserer Umwelt resultiert. Durch die Gehmeditation, so sein Beweis, können wir diese Trennung überbrücken. Er nutzt das Konzept des „Interseins“ (Interbeing), um zu zeigen, dass wir beim Gehen nicht isolierte Individuen sind, sondern Teil eines komplexen ökologischen und spirituellen Geflechts. Jeder Schritt auf der Erde ist eine Berührung mit einem Wunder – der Fähigkeit zu atmen, zu gehen und Teil des Kosmos zu sein. Ein wesentliches Element seiner Beweisführung ist die physiologische Komponente: Die Synchronisation des Atems mit den Schritten beruhigt das Nervensystem und führt zu einer sofortigen Reduktion von Stresshormonen. Nhat Hanh verweist auf die jahrtausendealte Tradition der Zen-Meister, die das Gehen als eine Form des Gebets ohne Worte betrachteten. Er illustriert dies durch Geschichten aus seinem Kloster Plum Village, in denen Menschen durch einfaches, bewusstes Gehen tiefe traumatische Erlebnisse verarbeiten konnten. Das Gehen wird hier zur Medizin, die keine Apotheke benötigt, sondern lediglich die Bereitschaft, den Boden unter den Füßen wirklich zu spüren.

Warum ist dieses Buch heute relevanter denn je? In einer Ära der digitalen Überreizung und der ökologischen Krise bietet „How to Walk“ praktische Werkzeuge zur Rückbesinnung. Die Realwelt-Anwendung ist universell: Ob beim Pendeln zur Arbeit, beim Gang zum Kopierer oder bei einem Spaziergang im Wald – die Techniken lassen sich überall integrieren. Es ist eine Form des Widerstands gegen di...

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